{"id":13657,"date":"2021-02-16T08:00:24","date_gmt":"2021-02-16T06:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.etl.de\/?post_type=aktuelles&#038;p=13657"},"modified":"2023-11-15T09:41:23","modified_gmt":"2023-11-15T08:41:23","slug":"haarbuerste-oder-handy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?p=13657","title":{"rendered":"Haarb\u00fcrste oder Handy?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was war passiert?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Busfahrer geriet in eine auf Handyverst\u00f6\u00dfe gerichtete Polizeikontrolle. Dabei fertigten die Polizeibeamten mehrere Bildaufnahmen, die jeweils eine Sequenz darstellten. Auf der Bildsequenz des Busfahrers war zu erkennen, \u201e<em>dass der Betroffene einen wei\u00dfen Gegenstand mit der rechten Hand an sein rechtes Ohr h\u00e4lt.<\/em>\u201c Ihm wurde ein Handyversto\u00df vorgeworfen. Dagegen wehrte sich der Busfahrer und meinte, er habe zum einen mit dem Omnibus gestanden und zum anderen habe er sich mit einer wei\u00dfen B\u00fcrste seinen Bart gek\u00e4mmt, denn seine H\u00e4nde seien zu dem fraglichen Moment beide nicht am Steuer gewesen. Die Sache ging vor Gericht.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Entscheidung des Gerichts<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Amtsgericht wertete das B\u00fcrsten des Bartes als blo\u00dfe Schutzbehauptung und verurteilte den Busfahrer zu einer Geldbu\u00dfe von 180 Euro. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das Gericht aus: \u201e<em>Die in der Hauptverhandlung in Augenschein genommene B\u00fcrste habe eine geschwungene, zu den Ecken hin abgerundete Form aufgewiesen, w\u00e4hrenddessen auf den Bildern ein rechteckiger Gegenstand durch das blo\u00dfe Anlegen eines Lineals zu erkennen gewesen sei. Des Weiteren zeige die Fotosequenz das benutzte Ger\u00e4t immer an gleicher Stelle. Ein K\u00e4mmvorgang setze zwangsl\u00e4ufig eine Kammf\u00fchrung nach unten und\/oder zur Seite voraus, die den Bildern nicht zu entnehmen sei. Die Bildsequenz belege auch, dass sich der Omnibus bewegt habe. Der Einwand, das Fahrzeug k\u00f6nne nicht in Bewegung gewesen sein, weil sich keine Hand am Lenkrad befunden habe, gebe zwar unter Umst\u00e4nden Anlass zu einer allgemeinen \u00dcberpr\u00fcfung der Fahreignung, rechtfertige aber indes nicht den gew\u00fcnschten R\u00fcckschluss auf ein stehendes Fahrzeug.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kanzlei Voigt Praxistipp<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Handyverst\u00f6\u00dfe werfen h\u00e4ufig die Frage auf, ob tats\u00e4chlich ein Mobiltelefon verwendet wurde. Weil in der Vergangenheit h\u00e4ufig eingewandt wurde, es handle sich um ein Diktierger\u00e4t, einen Taschenrechner, einen K\u00fchlakku (OLG Hamm, Beschl. v. 29.08.2023, Az. III 5 ORbs 70\/23) oder \u00e4hnliches, erg\u00e4nzte der Gesetzgeber den Handyparagraphen um einen technikoffenen Begriff. Die Folge ist, dass vieles im Unklaren liegt, ob eine zul\u00e4ssige oder eben verbotene Handlung vorliegt. Im Zweifelsfall hilft das fr\u00fchzeitige Einschalten eines erfahrenen Rechtsbeistandes. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sprechen Sie mit uns! Voigt regelt!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de\/sites\/ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de\/files\/971%20Owi%20363%20Js%2072112-19%20Pressetext_0.pdf\">Pressemitteilung<\/a> des AG Frankfurt vom 25.01.2021<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Bildnachweis: Alexandra_Koch \/ Pixabay<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Aktualisiert am 15.11.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der sogenannte Handyparagraph hat zu einer Vielzahl von Meinungsverschiedenheiten und Urteilen gef\u00fchrt. So ist beispielsweise selbst unter den Gerichten streitig, ob ein Taschenrechner denn nun darunter f\u00e4llt oder nicht. Allen gemein war bisher, dass es sich zweifelsfrei um irgendeine Form von elektronischem Ger\u00e4t handelte. Nue ist die Frage, ob ein Busfahrer mit einer Haarb\u00fcrste gegen den Handyparagraphen verstie\u00df. Das Amtsgericht (AG) Frankfurt am Main hatte sich in seinem Urteil vom 16.06.2020 (Az. 971 Owi 363 Js 72112\/19) befasst.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":46605,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"9955,12447,27669,13757,27653,9645","_relevanssi_noindex_reason":"","_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[26],"tags":[398],"class_list":["post-13657","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-handyparagraph"],"acf":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280.jpg",1280,930,false],"thumbnail":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280-300x218.jpg",300,218,true],"medium_large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280-768x558.jpg",768,558,true],"large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280-1024x744.jpg",1024,744,true],"1536x1536":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280.jpg",1280,930,false],"2048x2048":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hairbrush-7066173_1280.jpg",1280,930,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"fx-admin","author_link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?author=1"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Der sogenannte Handyparagraph hat zu einer Vielzahl von Meinungsverschiedenheiten und Urteilen gef\u00fchrt. 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