{"id":46592,"date":"2023-11-15T06:30:00","date_gmt":"2023-11-15T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?p=46592"},"modified":"2026-04-16T10:15:06","modified_gmt":"2026-04-16T08:15:06","slug":"haften-fahrer-fuer-schaeden-am-dienstfahrzeug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?p=46592","title":{"rendered":"Haften Fahrer f\u00fcr Sch\u00e4den am Dienstfahrzeug?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Haftpflicht, Kasko, Regress \u2013 drei Baustellen gleichzeitig<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4den, die ein Arbeitnehmer mit dem Dienstfahrzeug Dritten zuf\u00fcgt, regelt in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung. Komplizierter wird es, wenn das Fahrzeug selbst besch\u00e4digt wird. Hier greift die Kaskoversicherung \u2013 sofern eine abgeschlossen wurde und der konkrete Schadensfall auch versichert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst dann steht noch eine weitere Frage im Raum: Kann der Versicherer den Arbeitnehmer in Regress nehmen? <\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort h\u00e4ngt entscheidend vom Grad der Fahrl\u00e4ssigkeit ab. Nach st\u00e4ndiger arbeitsgerichtlicher Rechtsprechung entfalten die Haftungsbeschr\u00e4nkungen des Arbeitsrechts auch Wirkung gegen\u00fcber dem Versicherer: Wer bei leichter oder leichtester Fahrl\u00e4ssigkeit gegen\u00fcber dem Arbeitgeber nicht haftet, dem gegen\u00fcber kann der Versicherer auch keine \u00fcbergegangenen Anspr\u00fcche geltend machen (OLG Dresden, Beschluss vom 21.08.2023, <a href=\"https:\/\/files.vogel.de\/infodienste\/smfiledata\/1\/9\/9\/9\/8\/4\/238144.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 4 U 476\/23<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grundvoraussetzung: Betrieblich veranlasste T\u00e4tigkeit<\/strong>m<\/h3>\n\n\n\n<p>Die arbeitsrechtliche Haftungsprivilegierung gilt nicht schrankenlos. Sie greift ausschlie\u00dflich, wenn der Schaden im Rahmen einer betrieblich veranlassten T\u00e4tigkeit entstanden ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer mit dem Firmenwagen privat unterwegs ist \u2013 sei es f\u00fcr Besorgungen, Urlaubsfahrten oder den t\u00e4glichen Arbeitsweg \u2013 genie\u00dft diesen Schutz nicht. In diesen F\u00e4llen haftet der Arbeitnehmer nach allgemeinen zivilrechtlichen Grunds\u00e4tzen, also f\u00fcr jede Form von Fahrl\u00e4ssigkeit und in vollem Umfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Besondere Bedeutung kommt dieser Abgrenzung bei Leasingfahrzeugen zu. Zwar ist allein der Arbeitgeber Vertragspartner des Leasinggebers und damit prim\u00e4r haftbar. Regressiert er diesen Schaden jedoch intern gegen\u00fcber dem Arbeitnehmer, richtet sich die Frage der Weiterhaftung wiederum nach den arbeitsrechtlichen Grunds\u00e4tzen \u2013 mit allen Einschr\u00e4nkungen, die das mit sich bringt.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend sei auf folgenden Umstand hingewiesen: Gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__619a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a7 619a BGB<\/a> haften Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegen\u00fcber nur dann auf Schadenersatz aufgrund einer Pflichtverletzung, wenn sie diese auch zu vertreten haben. Die Darlegungs- und Beweislast tr\u00e4gt insoweit der Arbeitgeber, auch hinsichtlich der Schadensh\u00f6he. Eine sorgf\u00e4ltige Dokumentation von Schadensereignissen ist daher f\u00fcr beide Seiten unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Dreistufenmodell der Arbeitnehmerhaftung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts hat f\u00fcr betrieblich veranlasste Sch\u00e4den das sogenannte Dreistufenmodell entwickelt (grundlegend: BAG, Urteil vom 28.10.2010, <a href=\"https:\/\/openjur.de\/u\/170955.html\" data-type=\"page\" data-id=\"48892\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 8 AZR 418\/09<\/a><a href=\"https:\/\/www.bundesarbeitsgericht.de\/entscheidung\/8-azr-418-09\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach gelten folgende Grunds\u00e4tze: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Leichte Fahrl\u00e4ssigkeit: keine Haftung<\/li>\n\n\n\n<li>Kurze Unaufmerksamkeit, ein fl\u00fcchtiges Versehen, ein menschlich nachvollziehbarer \u201eAusrutscher\u201c: Der Arbeitnehmer haftet in diesen F\u00e4llen \u00fcberhaupt nicht, unabh\u00e4ngig von der Schadensh\u00f6he. Da die Haftungsbeschr\u00e4nkungen im Arbeitsverh\u00e4ltnis auch gegen\u00fcber dem Versicherer wirken, kann dieser bei leichtester und leichter Fahrl\u00e4ssigkeit keine Anspr\u00fcche auf sich \u00fcberleiten.<br>Mittlere (normale) Fahrl\u00e4ssigkeit \u2013 Schadensteilung: Der Arbeitnehmer hat die gebotene Sorgfalt au\u00dfer Acht gelassen, obwohl der Schaden bei geh\u00f6riger Aufmerksamkeit vorhersehbar und vermeidbar gewesen w\u00e4re. Hier findet eine Schadensteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber statt. Die genaue Quote ergibt sich aus einer Gesamtabw\u00e4gung aller Umst\u00e4nde und ist kaum pauschal vorhersehbar.<\/li>\n\n\n\n<li>Grobe Fahrl\u00e4ssigkeit: Der Arbeitnehmer haftet grunds\u00e4tzlich f\u00fcr den gesamten Schaden, da er elementare Sorgfaltspflichten in einer Weise verletzt hat, die sich jedem vern\u00fcnftigen Menschen erschlossen h\u00e4tte. Vorsatz f\u00fchrt stets zur vollst\u00e4ndigen Haftung. Weitere Faktoren wie Betriebszugeh\u00f6rigkeit, Lebensalter, Familienverh\u00e4ltnisse und bisheriges Verhalten werden ber\u00fccksichtigt (BAG, Urt. v. 18.04.2002, Az. <a href=\"https:\/\/www.iww.de\/quellenmaterial\/id\/34127\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">8 AZR 348\/01<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Auch bei grober Fahrl\u00e4ssigkeit sind Haftungsgrenzen m\u00f6glich, da das Vorliegen grober Fahrl\u00e4ssigkeit Haftungserleichterungen nicht von vornherein ausschlie\u00dft. Stehen Schadenssumme und Verg\u00fctung in einem krassen Missverh\u00e4ltnis, k\u00f6nnen die Gerichte die tats\u00e4chliche Haftung erheblich reduzieren. Relevante Kriterien sind dabei unter anderem:<br>\u2013 die H\u00f6he des monatlichen Einkommens des Arbeitnehmers,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Betriebszugeh\u00f6rigkeit und bisherige Verhaltensgeschichte<\/li>\n\n\n\n<li>Alter und famili\u00e4re Verh\u00e4ltnisse.<\/li>\n\n\n\n<li>die Frage, ob der Arbeitgeber zumutbaren Versicherungsschutz h\u00e4tte vorhalten k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Haftungsobergrenzen gelten?<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Rechtsprechung wurden Haftungsobergrenzen von wenigen Bruttomonatsgeh\u00e4ltern ebenso anerkannt wie eine Begrenzung auf den fiktiven Kaskoschaden.<\/p>\n\n\n\n<p>So kann die Haftung beispielsweise auf den Pr\u00e4mienschaden einer fiktiv unterstellten Kaskoversicherung begrenzt sein, wenn der Arbeitgeber problemlos eine solche Versicherung h\u00e4tte abschlie\u00dfen k\u00f6nnen (LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 25.10.2011, <a href=\"https:\/\/www.landesrecht-mv.de\/bsmv\/document\/NJRE001084986\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 5 Sa 140\/11<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Begrenzung auf mehrere Bruttomonatsverg\u00fctungen ist ebenfalls m\u00f6glich (LAG M\u00fcnchen, Urteil vom 27.07.2011, <a href=\"https:\/\/openjur.de\/u\/492660.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 11 Sa 319\/11<\/a>, v. 27.07.2011, <a href=\"https:\/\/openjur.de\/u\/492660.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 11 Sa 319\/11<\/a>; LG Bielefeld, Urteil v. 23.06.2004, <a href=\"https:\/\/nrwe.justiz.nrw.de\/lgs\/bielefeld\/lg_bielefeld\/j2004\/21_S_71_04_Urteil_20040623.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 21 S 71\/04<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei grober Fahrl\u00e4ssigkeit kann das Einkommen allein haftungsmindernd wirken (LAG K\u00f6ln, Rotlichtversto\u00df eines Taxifahrers (Urteil vom 09.11.2005, <a href=\"https:\/\/nrwe.justiz.nrw.de\/arbgs\/koeln\/lag_koeln\/j2005\/3__7__Sa_369_05urteil20051109.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 3 (7) Sa 369\/05<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Versicherungspflicht des Arbeitgebers<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein zentraler, aber oft untersch\u00e4tzter Gesichtspunkt ist, dass Arbeitgeber, die Dienstfahrzeuge ohne angemessenen Versicherungsschutz einsetzen, dieses Risiko in weiten Teilen selbst tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Firmenfahrzeugen geht die Rechtsprechung grunds\u00e4tzlich davon aus, dass f\u00fcr diese eine Vollkaskoversicherung abzuschlie\u00dfen ist. Fehlt diese, kann die Haftung des Arbeitnehmers auf die Selbstbeteiligung begrenzt sein, die bei einem ordnungsgem\u00e4\u00df versicherten Fahrzeug angefallen w\u00e4re \u2013 in der Praxis sind dies regelm\u00e4\u00dfig nicht mehr als 1.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt: Vertragsklauseln, die Arbeitnehmer pauschal zur \u00dcbernahme aller fahrl\u00e4ssig verursachten Sch\u00e4den verpflichten, sind nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung unwirksam. Die Grunds\u00e4tze der beschr\u00e4nkten Arbeitnehmerhaftung sind einseitig zwingendes Arbeitnehmerschutzrecht und k\u00f6nnen weder einzel- noch kollektivvertraglich zu Lasten des Arbeitnehmers abbedungen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beispiele aus der Rechtsprechung<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>LAG Niedersachsen (Urteil v. 10.04.2024, <a href=\"https:\/\/voris.wolterskluwer-online.de\/browse\/document\/f70b9b1e-95e3-4c8e-b60e-ad3d2b4c4893\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 2 Sa 642\/23<\/a>): Schadensteilung trotz mittlerer Fahrl\u00e4ssigkeit<br>Das LAG Niedersachsen hat  die bestehenden Grunds\u00e4tze konkretisiert: Ein Arbeitnehmer, der beim R\u00fcckw\u00e4rtsfahren auf dem Firmenparkplatz das Fahrzeug des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers besch\u00e4digte, wurde nur zur anteiligen Haftung verurteilt. Obwohl das Gericht mittlere Fahrl\u00e4ssigkeit im oberen Bereich feststellte, blieb es bei einer Schadensteilung \u2013 ein anschauliches Beispiel daf\u00fcr, dass selbst in klaren Verschuldensf\u00e4llen das Privilegierungssystem zugunsten des Arbeitnehmers wirkt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>LAG K\u00f6ln (2024): Ausschlussfristen konsequent einhalten<br>Das LAG K\u00f6ln hat mit Urteil vom 31. Oktober 2024 (<a href=\"https:\/\/nrwe.justiz.nrw.de\/arbgs\/koeln\/lag_koeln\/j2024\/6_Sa_578_23_Urteil_20241031.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 6 Sa 578\/23<\/a>) klargestellt, dass Arbeitgeber ihre Schadensersatzanspr\u00fcche strikt innerhalb der vereinbarten Ausschlussfristen geltend machen m\u00fcssen. Eine formell fehlerhafte oder versp\u00e4tete Geltendmachung f\u00fchrt zum vollst\u00e4ndigen Anspruchsverlust \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob der Arbeitnehmer materiell-rechtlich \u00fcberhaupt gehaftet h\u00e4tte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Exkurs: Nutzung des Privatfahrzeugs des Arbeitnehmers<\/h3>\n\n\n\n<p>Setzt ein Arbeitnehmer sein Privatfahrzeug mit Wissen und Billigung des Arbeitgebers f\u00fcr betriebliche Zwecke ein, tr\u00e4gt der Arbeitgeber das Unfallrisiko. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber dieses Risiko ohne den Einsatz des Privatfahrzeugs ohnehin selbst h\u00e4tte \u00fcbernehmen m\u00fcssen (BAG, Urt. v. 22.06.2011, <a href=\"https:\/\/www.bundesarbeitsgericht.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/8-AZR-102-10.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 8 AZR 102\/10<\/a>; LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 11.01.2023, <a href=\"https:\/\/www.landesrecht.rlp.de\/bsrp\/document\/NJRE001542092\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 7 Sa 151\/22<\/a>). Sonderregelungen sind im Rahmen einer Car-Allowance-Vereinbarung m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Meldepflichten, Dokumentation und Beweislast<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Meldepflichten des Arbeitnehmers<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Arbeitnehmer sind verpflichtet, Schadensereignisse unverz\u00fcglich und vollst\u00e4ndig zu melden \u2013 einschlie\u00dflich der Angabe, ob es sich um eine Dienst- oder Privatfahrt gehandelt hat. Verz\u00f6gerungen, unvollst\u00e4ndige Angaben oder unwahre Schilderungen k\u00f6nnen eigenst\u00e4ndige Haftungsanspr\u00fcche begr\u00fcnden und im Extremfall arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur K\u00fcndigung nach sich ziehen. Arbeitgebern empfiehlt sich daher die Einf\u00fchrung eines strukturierten Meldeverfahrens \u2013 idealerweise als Bestandteil einer umfassenden Fahrzeug\u00fcberlassungsvereinbarung (<a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/stichworte\/aktuelles\/car-policy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Car Policy<\/a>).<br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verteilung der Beweislast<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Wer als Arbeitgeber Schadensersatz vom Arbeitnehmer fordert, tr\u00e4gt die vollst\u00e4ndige Darlegungs- und Beweislast. Er muss nicht nur die Pflichtverletzung, sondern auch den Grad des Verschuldens und die genaue Schadensh\u00f6he substantiiert darlegen <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__619a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(\u00a7 619a BGB<\/a>; LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 16.11.2022, <a href=\"https:\/\/www.landesrecht-mv.de\/bsmv\/?query=DOKNR%3ANJRE001528711\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 3 Sa 204\/21<\/a>; LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 01.02.2022, <a href=\"https:\/\/www.landesrecht.rlp.de\/bsrp\/search\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Az. 8 Sa 160\/21<\/a>). Diese Beweislastverteilung gilt nicht nur bei Hauptpflichten, sondern auch bei der Verletzung vertraglicher Nebenpflichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was Unternehmen tun sollten<\/h3>\n\n\n\n<p>War als Arbeitgeber im Schadensfall nicht auf Kosten sitzenzubleiben oder in langwierige Prozesse verwickelt werden will, sollte proaktiv handeln. Die folgenden Ma\u00dfnahmen haben sich in der Praxis bew\u00e4hrt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/stichworte\/unfallschadenregulierung\/kaskoversicherung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vollkaskoversicherung<\/a> f\u00fcr alle Dienstfahrzeuge \u2013 vorzugsweise mit Verzicht auf den Einwand grober Fahrl\u00e4ssigkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Klare <a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/stichworte\/aktuelles\/car-policy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Car Policy<\/a> mit Regelungen zu erlaubter Nutzung, Meldepflichten, Dokumentation und Haftungsverteilung<\/li>\n\n\n\n<li>Regelm\u00e4\u00dfige Fahrerunterweisung \u2013 sie kann im Streitfall sowohl haftungsvermeidend als auch haftungsbegr\u00fcndend wirken.<\/li>\n\n\n\n<li>Fristenmanagement: Schadensersatzanspr\u00fcche m\u00fcssen form- und fristgerecht geltend gemacht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00fcckenlose Schadendokumentation als Grundlage f\u00fcr die Darlegungslast nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__619a.html\" data-type=\"page\" data-id=\"48892\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a7 619a BGB<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Eine gute Unterweisung lohnt sich gleich doppelt: Sie hilft einerseits, Sch\u00e4den zu vermeiden, und erleichtert andererseits im Streitfall den Nachweis von Pflichtverletzungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Ausf\u00fchrungen zeigen, die Haftung von Arbeitnehmern bei der Besch\u00e4digung von Dienstfahrzeugen ist eigentlich nicht so kompliziert. Eigentlich \u2013 denn da die Umst\u00e4nde des Einzelfalls entscheiden, ist jeder Fall \u201ebesonders\u201c und gesondert zu betrachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie umfangreich und kompliziert eine Pr\u00fcfung ist, h\u00e4ngt nicht zuletzt davon ab, ob und welche Leitlinien unternehmensintern vereinbart und ausgeh\u00e4ndigt wurden oder welche Schulungen und Unterweisungen durchgef\u00fchrt worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben Fragen in diesem Zusammenhang? Dann <a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">kontaktieren Sie uns!<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier gilt: <a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/kontakt\/\">Voigt regelt!<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Aktualisiert: 15.04.2026 <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Bildnachweis: thefilmaddict \/ Pixabay<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kratzer im Parkhaus, ein Auffahrunfall auf der Autobahn oder ein Missgeschick beim Rangieren auf dem Betriebshof: Sch\u00e4den an Dienstfahrzeugen geh\u00f6ren f\u00fcr viele Unternehmen zum Alltag. Die Frage, wer die Kosten tr\u00e4gt, ist rechtlich vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint, und wird in der Praxis h\u00e4ufig falsch eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":46595,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Der Beitrag gibt einen strukturierten \u00dcberblick \u00fcber die ma\u00dfgeblichen Grunds\u00e4tze, die aktuelle Rechtsprechung und konkrete Handlungsempfehlungen f\u00fcr Arbeitgeber und Arbeitnehmer.","_seopress_robots_index":"","_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"7475,19423,12479,9363,32467,9737","_relevanssi_noindex_reason":"","_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[1301],"tags":[],"class_list":["post-46592","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frage-des-tages"],"acf":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280.jpg",1280,1280,false],"thumbnail":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280-300x300.jpg",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280-768x768.jpg",768,768,true],"large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280-1024x1024.jpg",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280.jpg",1280,1280,false],"2048x2048":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/accident-1771946_1280.jpg",1280,1280,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"henning.hammer","author_link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?author=7"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Ein Kratzer im Parkhaus, ein Auffahrunfall auf der Autobahn oder ein Missgeschick beim Rangieren auf dem Betriebshof: Sch\u00e4den an Dienstfahrzeugen geh\u00f6ren f\u00fcr viele Unternehmen zum Alltag. 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