{"id":53364,"date":"2025-05-28T10:32:49","date_gmt":"2025-05-28T08:32:49","guid":{"rendered":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?p=53364"},"modified":"2025-05-28T10:32:50","modified_gmt":"2025-05-28T08:32:50","slug":"reicht-ein-fahrzeugbrief-fuer-guten-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?p=53364","title":{"rendered":"Reicht ein Fahrzeugbrief f\u00fcr guten Glauben?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Vertrauen kann allerdings ersch\u00fcttert sein, wenn die Umst\u00e4nde des Gesch\u00e4fts Anlass zur Vorsicht geben. In einer derartigen Konstellation kann sich der K\u00e4ufer nicht blind auf seinen guten Glauben berufen. Er h\u00e4tte nachdenklich oder misstrauisch werden m\u00fcssen. Unterl\u00e4sst er dies und kauft das Fahrzeug dennoch unter dubiosen Umst\u00e4nden, darf er sich nicht wundern, wenn sich herausstellt, dass er auf einen Betr\u00fcger hereingefallen ist und das Fahrzeug an den rechtm\u00e4\u00dfigen Eigent\u00fcmer herausgeben muss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Teure Autos sollten nicht auf Parkpl\u00e4tzen gekauft werden!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein K\u00e4ufer hatte den Wagen f\u00fcr ca. 35.000 Euro von einem Betr\u00fcger gekauft. Die Freude \u00fcber das vermeintlich g\u00fcnstige Gesch\u00e4ft w\u00e4hrte jedoch nicht lange. Denn kurz nach dem Kauf beschlagnahmte die Polizei das Auto. Sie gab es dem rechtm\u00e4\u00dfigen Eigent\u00fcmer zur\u00fcck, der es zu einem realistischen Preis von ca. 49.000 Euro verkaufte. Diesen Erl\u00f6s reklamierte der K\u00e4ufer f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Er vertrat die Auffassung, er sei trotz des Betrugs Eigent\u00fcmer des Fahrzeugs geworden. Er habe das Fahrzeug im Internet gesehen und sich daraufhin im Saarland mit dem Verk\u00e4ufer verabredet, um es zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin erfuhr er, dass das Kind des Verk\u00e4ufers angeblich die Treppe heruntergefallen und in einem Krankenhaus in Frankreich gelandet sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ort der Besichtigung wurde daher auf den Parkplatz des Krankenhauses verlegt. Dort wurde der Kauf als Bargesch\u00e4ft abgewickelt. Dabei habe der Verk\u00e4ufer einen vermeintlich echten Fahrzeugbrief und einen belgischen Aufenthaltstitel vorgelegt. Der K\u00e4ufer war daher der Auffassung, das Auto rechtswirksam erworben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grobe Fahrl\u00e4ssigkeit vernichtet guten Glauben!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Richter sah das anders. F\u00fcr ihn hatte der K\u00e4ufer kein Eigentum erworben, da er grob fahrl\u00e4ssig gehandelt hatte. Auch die Vorlage eines scheinbar echten Fahrzeugbriefs \u00e4ndere daran nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar ist nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__932.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a7 932 Abs. 1 BGB<\/a> ein Eigentumserwerb an Sachen m\u00f6glich, die nicht dem Verk\u00e4ufer geh\u00f6ren. Gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__932.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a7 932 Abs. 2 BGB<\/a> gilt dies jedoch nicht, wenn dem Erwerber bekannt ist oder infolge grober Fahrl\u00e4ssigkeit bekannt sein m\u00fcsste, dass die Sache nicht dem Ver\u00e4u\u00dferer geh\u00f6rt. So lag der Sachverhalt in dem entschiedenen Fall aber.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn angesichts der Umst\u00e4nde des Verkaufs h\u00e4tten hinreichend Anhaltspunkte vorgelegen, die den K\u00e4ufer daran h\u00e4tten zweifeln lassen m\u00fcssen, dass er den wahren Eigent\u00fcmer vor sich hatte. So hat der Verk\u00e4ufer einen belgischen Aufenthaltstitel vorgelegt, obwohl er im Kaufvertrag einen Wohnsitz in Frankenthal angegeben hat und das Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen zugelassen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Auff\u00e4lligkeit war, dass der Verk\u00e4ufer urspr\u00fcnglich \u2013 abweichend vom angegebenen Wohnort \u2013 Dillingen\/Saar als Treffpunkt genannt hatte. Derartige Umst\u00e4nde und Vorgehensweisen sind aber ebenso typisch f\u00fcr unlautere Automobilgesch\u00e4fte wie die Abwicklung als Bargesch\u00e4ft und die kurzfristige telefonische Verlegung des Verkaufsorts an einen fremden und noch dazu im Ausland befindlichen Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Umst\u00e4nde kann der K\u00e4ufer dem Vorwurf der groben Fahrl\u00e4ssigkeit nicht entgehen. Den Schaden habe er daher selbst zu tragen, so der Richter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die endg\u00fcltige Entscheidung steht noch aus!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Es wurde Berufung zum Pf\u00e4lzischen Oberlandesgericht Zweibr\u00fccken eingelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Themenbezogener Link: <a href=\"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/aktuelles\/augen-auf-beim-autokauf\/\">Verkaufe f\u00fcr einen Freund<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Quelle: <a href=\"https:\/\/lgft.justiz.rlp.de\/presse-aktuelles\/detail\/entscheidung-des-monats-mai-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entscheidung des Monats Mai 2025 . Landgericht Frankenthal (Pfalz)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn der Verk\u00e4ufer beim Gebrauchtwagenkauf den Fahrzeugbrief vorlegt, kann sich der K\u00e4ufer normalerweise darauf verlassen, dass er es tats\u00e4chlich mit dem Eigent\u00fcmer und nicht mit einem Betr\u00fcger zu tun hat. Das gilt aber nicht immer!<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":48824,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"Betrug beim Autokauf auf Parkplatz \u2013 Grobe Fahrl\u00e4ssigkeit!","_seopress_titles_desc":"Teure Autos sollten nicht grob fahrl\u00e4ssig unter dubiosen Umst\u00e4nden auf Parkpl\u00e4tzen gekauft werden!.","_seopress_robots_index":"","_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-53364","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-scaled.jpg",2560,1440,false],"thumbnail":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-300x169.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-768x432.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-1024x576.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-1536x864.jpg",1536,864,true],"2048x2048":["https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/pexels-artempodrez-4728888-2048x1152.jpg",2048,1152,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"henning.hammer","author_link":"https:\/\/voigt-alte-seite.dgwip.de\/?author=7"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Wenn der Verk\u00e4ufer beim Gebrauchtwagenkauf den Fahrzeugbrief vorlegt, kann sich der K\u00e4ufer normalerweise darauf verlassen, dass er es tats\u00e4chlich mit dem Eigent\u00fcmer und nicht mit einem Betr\u00fcger zu tun hat. 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